Die Bewertung eines Campingplatzes ist komplexer als bei vielen anderen Immobilien. Es geht nicht nur um Land und Gebäude, sondern um ein funktionierendes Geschäftsmodell mit emotionalen Werten. In diesem Leitfaden erklären wir die wichtigsten Faktoren.
Die drei Säulen der Campingplatz-Bewertung
1. Substanzwert
Der Substanzwert umfasst alle physischen Vermögenswerte:
- Grundstück: Größe, Lage, Bodenbeschaffenheit, Erschließung
- Infrastruktur: Sanitäranlagen, Stromnetz, Wasserversorgung, Abwasser
- Gebäude: Rezeption, Restaurant, Aufenthaltsräume, Mietobjekte
- Ausstattung: Spielplätze, Pools, Sportanlagen, Mobilheime
Tipp: Führen Sie eine aktuelle Inventarliste mit Anschaffungsdaten und Zustandsbewertung. Das beschleunigt jeden Bewertungsprozess erheblich.
2. Ertragswert
Für Investoren ist der Ertragswert oft entscheidender als der Substanzwert. Er basiert auf:
- Umsatzentwicklung: Mindestens die letzten 3-5 Jahre
- Gewinnmarge: EBITDA und bereinigtes Betriebsergebnis
- Auslastung: Belegungstage pro Stellplatz, Saisonalität
- Preisgestaltung: Durchschnittlicher Tagespreis, Zusatzerlöse
Die gängige Methode ist die Kapitalisierung des nachhaltigen Jahresertrags. Bei Campingplätzen werden typischerweise Multiplikatoren zwischen 4x und 8x EBITDA angesetzt—abhängig von Lage, Zustand und Wachstumspotenzial.
3. Immaterielle Werte
Oft unterschätzt, aber wichtig:
- Stammgäste: Wie loyal ist die Kundenbasis? Gibt es Dauercamper?
- Reputation: Online-Bewertungen, Auszeichnungen, Markenbekanntheit
- Genehmigungen: Bestehende Lizenzen, Erweiterungsmöglichkeiten
- Mitarbeiter: Erfahrenes Team, das übernommen werden kann
Werttreiber für Campingplätze
Lage, Lage, Lage
Die Lage bleibt der wichtigste Faktor. Besonders wertvoll sind:
- Direkte Wasserlage (See, Meer, Fluss)
- Nähe zu Naturschutzgebieten oder Sehenswürdigkeiten
- Gute Verkehrsanbindung bei gleichzeitiger Ruhe
- Attraktives Umfeld für Tagesausflüge
Zustand und Modernisierung
Investitionsstau wirkt sich negativ auf den Preis aus. Plätze mit modernen Sanitäranlagen, WLAN-Infrastruktur und zeitgemäßen Mietunterkünften erzielen deutlich höhere Bewertungen.
Wachstumspotenzial
Käufer zahlen einen Aufschlag für:
- Ungenutzte Flächen mit Erweiterungspotenzial
- Möglichkeiten zur Saisonverlängerung
- Ausbau von Glamping oder Premium-Segmenten
- Digitalisierungspotenzial
So bereiten Sie sich vor
Wenn Sie über einen Verkauf nachdenken, empfehlen wir:
- Dokumentation aufbereiten: Jahresabschlüsse, Steuererklärungen, Verträge
- Investitionsstau abbauen: Kleine Reparaturen können den Gesamteindruck verbessern
- Kennzahlen ermitteln: Auslastung, Durchschnittserlöse, Kostenstruktur
- Alleinstellungsmerkmale herausarbeiten: Was macht Ihren Platz besonders?
Fazit
Die Bewertung eines Campingplatzes erfordert Erfahrung und Branchenwissen. Eine professionelle Wertermittlung lohnt sich—sie schafft Klarheit für Verkäufer und Käufer gleichermaßen und ist die Basis für faire Verhandlungen.
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